Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Karsamstag

Kar ist Althochdeutsch und kommt von kara: Klage, Kummer, Trauer. In einigen Gegenden heißt der Karsamstag auch stiller Samstag. Die Christen gedenken am Karsamstag der Grabesruhe Jesu Christi. Es ist der letzte Tag der Karwoche. Auf ihn folgt der Ostersonntag, ein Tag also zwischen tiefer Trauer und großer Freude. Wie gestalten Christen diesen Tag, der nicht Fisch ist, aber auch nicht Fleisch? Sie wienern Wohnung oder Haus, bis es blitzt, kaufen ein, färben Eier, backen Kuchen, schmücken den Osterstrauch, sind abends erschöpft und gehen früh zu Bett. Denn ausschlafen am Ostersonntag geht gar nicht. Viele Gemeinden bieten bei Sonnenaufgang einen Gottesdienst an, zur Erinnerung an die Auferstehung. Anschließend gehen die Teilnehmer zum Osterfeuer. Danach frühstücken alle gemeins

Karwoche...

beginnt mit Palmsonntag und geht bis zum Anbruch des Ostersonntags. »Kar« bedeutet Klage, Sorge. Die Karwoche ist bis zum Zerreißen gespannt zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Sie beginnt mit der Begeisterung des Palmsonntags. Montag, Dienstag, Mittwoch: Jesus sorgt für Streit in der Stadt, für Tumult im Tempel. Gründonnerstag: Jesus weiß, dass es böse enden wird. Sein Passahessen im engsten Kreis wird zum letzten Abendmahl. Judas, sein Freund und Verräter, sitzt mit am Tisch. Noch in derselben Nacht geht es Schlag auf Schlag. Jesus wird verhaftet, verhört, als Gotteslästerer und Unruhestifter zum Tod verurteilt. Karfreitag, drei Uhr Nachmittag: Jesus hängt tot am Kreuz.

Kinder

Sie kommen auf die Welt und wissen nichts von Religion. Doch das nützt ihnen nichts: Ungefragt wird den Neugeborenen die Religion der Eltern übergestülpt, durch Taufe, Beschneidung oder irgendein anderes Ritual. Skandal? Nun ja. Auf jeden Fall ist es ein Grundrecht der Eltern, für ihren Nachwuchs Entscheidungen zu treffen, auch solche. Nur wenige Glaubensgemeinschaften überlassen diesen Schritt ihren Kindern im Erwachsenenalter – und auch nur formal, doch unter dem Druck eines engmaschigen Netzes sozialer Beziehungen.

Kirchentag...

beziehungsweise mit vollem Namen »Deutscher Evangelischer Kirchentag« wurde 1949 in Hannover gegründet. Gemeinsam mit Freunden initiierte damals der Theologe Reinhold von Thadden-Trieglaff die Bewegung, die sich von der Amtskirche unabhängig versteht. Anfangs fand der Kirchentag jährlich statt, seit 1957 alle zwei Jahre, um sich mit dem Katholikentag abzuwechseln. Ökumenische Kirchentage gab es bislang zwei: 2003 in Berlin, 2010 in München. Der Kirchentag findet an wechselnden Orten statt. Vom 3. bis 7. Juni ist er zu Gast in Stuttgart.

kneifen...

lässt man in der Fastenzeit sein, folgt man der Aktion »7 Wochen ohne« der evangelischen Kirche. Kneifen bedeutet ursprünglich »sich drücken«. Große Kneifer und Sich-Drücker vor dem Herrn kommen in der Bibel schon auf den ersten Seiten vor. Adam und Eva schlagen sich in die Büsche, nachdem sie von der verbotenen Frucht gegessen haben. Sie trauen sich Gott nicht mehr unter die Augen. (1. Mose 3) »7 Wochen ohne Kneifen« heißt dann: zu dem stehen, was ich gemacht habe. Keine Versteckspiele, kein Rumdrucksen, kein Kopfeinziehen. Stattdessen aufrecht mir selbst im Spiegel und anderen in die Augen sehen können.

Kollekte ...

vom lateinischen »colligere« für »sammeln« ist die Geldsammlung für kirchliche und karitative Zwecke.
Schon im salomonischen Tempel Jerusalems gab es am Eingang eine Lade, in die oben ein Loch gebohrt war. Mit dem Geld, das eingelegt wurde, wurde Baufälliges am Tempel ausgebessert (2. Könige 12, 9-11). Jesus beobachtet einmal diesen Gotteskasten im Tempel. Er sieht Reiche spenden und eine Witwe, die zwei Scherflein einlegt. Jesus sagt: »Die arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt.« (Lukas 21, 1-4) Neben dem Geld zum Erhalt des Tempels ist es im Alten Testament ein Gebot, die Schwächsten in der Gesellschaft, damals Witwen und Waisen zu unterstützen und sie in ihrem Recht zu stärken. Das prägte auch das Leben der urchristlichen Gemeinden, in denen Geld für Arme gesammelt wurde. Für Paulus war die Kollekte zudem ein Zeichen der Verbindung unter den Gemeinden. Heute legt die Landeskirche den Zweck der Kollekte für einen Teil der Sonntage fest. An den übrigen Sonntagen ist die Kollekte »frei«. Die Gemeinde vor Ort entscheidet, für was gesammelt wird.

Kommunikation

Fast alle Lebewesen kommunizieren miteinander – mit Lauten, Mimik, Gesten, sogar Düften. Ohne Verständigung mit ihresgleichen können die wenigsten Lebewesen existieren. Der Mensch hat die Laut-Kommunikation zur höchsten Perfektion entwickelt, zur Sprache. Er hat es sogar geschafft, sie der Notwendigkeit zu entheben, ein direktes Gegenüber zu haben, Zeit und Raum zu überwinden. Die Bibel, die Überlieferung uralter Texte, ist das prominenteste Beispiel dafür. Doch ob Schriftrollen, Bücher, Telegrafie, Funk, Telefonie oder Internet: Nichts geht über das persönliche Gespräch, das Gegenüber fest im Blick.

König

Wo Gott als König vorgestellt wird, kommt er als Saboteur dieser Vorstellung. Dieser König zeichnet sich nicht durch äußere Hoheitszeichen aus, sondern als revolutionärer Veränderer aller bislang bekannten Vorstellungen von Gott. Kein Berühmter, eher ein Berüchtigter, der mit seiner Gemeinde noch das eine und andere theologische Fass aufmachen möchte.

Kontemplation und Kampf

So lautet das Motto der Communauté von Taizé. Damit zielt die ökumenische Bruderschaft in Burgund nicht auf eine gewaltsame Auseinandersetzung ab. Christinnen und Christen sollen nicht nachlassen, sich zu engagieren – für den Frieden, für eine bessere Welt, für Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Bewahrung der Schöpfung. Dies kann aber, so der Grundgedanke, nicht geschehen ohne die permanente Rückbesinnung auf Gottes Wort und Gottes Werk.

Kopfbedeckung, Teil 1 für Männer

In der Synagoge müssen Männer eine tragen. In der Kirche sollen sie sie abnehmen. Hut ab oder auf – beides ist Ausdruck des Respekts vor Gott. In der hebräischen Bibel steht nichts über eine Kopfbedeckung. Der Brauch, dass jüdische Männer nie barhäuptig unterwegs sind, verbreitet sich ab dem 16. Jahrhundert. »Man darf nicht mit unbedecktem Haupte vier Ellen (gut zwei Meter) weit gehen«, lautet eine rabbinische Vorschrift. Die Kippa, eine kreisrunde Mütze auf dem Hinterkopf, wurde zum jüdischen Erkennungszeichen. Sie erinnert ihren Träger daran: Es gibt etwas über dir – Gott ist allgegenwärtig. Im Neuen Testament findet Paulus: Ein Mann, der beim Beten seinen Kopf bedeckt, schändet sein Haupt. Umgekehrt hält er es für schändlich, wenn eine Frau unbedeckt betet. (1. Korinther 11,4-6)

Krankheit

»Es gibt nur eine Form der Gesundheit, aber Tausende Formen der Krankheit«, schreibt der Journalist Heinz Zippert. Da überrascht es nicht, dass die Bibel keine Patentantwort auf die Frage nach der Ursache von Krankheiten gibt. Im Wirken Jesu Christi richtet sie den Blick auf das Ende von Krankheit und Tod.

Krankheit

Krankheit erfahren die Menschen in der Bibel als Schwächung ihrer Lebenskraft. Ursache für die Krankheit ist letztlich Gott. Er hat sich zurückgezogen, er hat sein Angesicht verborgen. Dadurch ist der Mensch zerstörerischen Kräften preisgegeben. Er erlebt die Krankheit, als würde eine böse Macht ihn niederschlagen. In der Bibel kann Krankheit als Warnung oder als Strafe Gottes für eine Sünde verstanden werden. Es gibt aber auch die Erfahrung von Leid, das der Mensch nicht erklären kann. Gott scheint ihn grundlos mit Krankheit zu schlagen. In jedem Fall sehnt sich der Kranke danach, dass Gott sich ihm wieder zuwendet. Gottes Nähe bringt neue Lebenskraft. Genesung bedeutet, sich wieder lebendig zu fühlen.

Kreuzzeichen

Tor schießen. Jubelnd zu Boden gehen. Ein Blick zum Himmel und sich bekreuzigen. So machen es einige Spieler bei der Fußball-WM. Sich bekreuzigen ist eine uralte christliche Geste, auch wenn sie nicht in der Bibel erwähnt ist. Kyrill von Jerusalem (313 - 386 nach Christus) empfahl, die Gebärde des Kreuzzeichens immer zu machen – beim Essen, Trinken, sich Setzen, Hinlegen, beim Sprechen und Gehen. Das Bekreuzigen drückt aus: Der ganze Mensch mit Leib und Seele gehört zu Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen. Bei der Taufe zeichnet darum der Pfarrer oder die Pfarrerin mit dem Daumen ein kleines Kreuz auf die Stirn des Täuflings. Das deutsche Wort Segnen kommt vom lateinischen »cruce signare«, mit dem Kreuz bezeichnen.

Küche

»Unser tägliches Brot gib uns heute«, heißt es im Vaterunser. Onkel Erich, der Freund der Großeltern, kam 1947 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause. Er stolperte die Treppe hinauf, direkt in die Küche, setzte sich auf die Küchenbank und aß einen halben Laib Brot auf einen Schlag auf. Das bekam dem ausgemergelten Körper zwar gar nicht. »Aber erst in dieser Küche habe ich das Vaterunser richtig begriffen«, erzählte er viel später, in Wirtschaftswunderzeiten.

Kunst

Kunst und Religion verbindet der neue, bislang ungewohnte, bisweilen anstößige Blick auf die bekannte Welt. Wenn Religion ihrer Sache selbst nicht mehr sicher ist, diffamiert sie die Schwester Kunst. Drei junge Frauen der Moskauer Musikband »Pussy Riot« sitzen deswegen in Russland hinter Gittern: Ihr provokanter Auftritt in einer Kirche zog die Wut jener orthodoxen Theologen auf sich, die auf Frauen dann aufmerksam werden, wenn sich diese ihrer Sozialkontrolle entziehen.

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