Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Nächstenliebe...

hat Jesus nicht erfunden. Das Gebot gibt es bereits im Alten Testament: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr.« (3. Mose 19,18) Der Nächste ist schon dort nicht nur der Mit-Israelit und Nachbar. Einige Verse weiter wird das Gebot auf den Nicht-Einheimischen, auf den Fremden ausgeweitet: »Du sollst ihn lieben wie dich selbst.« (3. Mose 19,34) Liebe kann man nicht befehlen. Es geht bei der Nächstenliebe nicht um Erotik. Gemeint ist die Fähigkeit, sich in den anderen hineinversetzen zu können. Darum haben die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig das Gebot so übersetzt: »Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du.«

Nähe Gottes

»Freuet euch! Der Herr ist nahe!« ist die Botschaft des Dritten Advent. Gottes Nähe löst bei den Menschen der Bibel nicht nur Freude aus. Erste Reaktion ist oft Scham und Furcht. Adam und Eva verstecken sich, als Gott durch den Garten Eden geht. Sie fürchten sich davor, nackt vor Gott zu stehen, nachdem sie die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis gegessen haben (1. Mose 3, 9). Mose verhüllt sein Gesicht und fürchtet sich, als ihm klar wird, dass Gott selbst aus dem brennenden Dornbusch mit ihm spricht. Später dann bittet Mose Gott sogar darum: »Lass mich deine Herrlichkeit sehen!« (2. Mose 33, 18) Gott antwortet: »Kein Mensch wird leben, der mich sieht.« »Wehe mir, ich vergehe!«, schreit der Prophet Jesaja, als er sich in den Thronsaal Gottes versetzt sieht (Jesaja 6, 5). Dass Gott den Menschen im Kind in der Krippe zum Anfassen nahe kommt, jagt den Hirten an Weihnachten einen heiligen Schrecken ein. »Fürchtet euch nicht!« ist deshalb die erste Botschaft des Engels (Lukas 2, 10).

Nachfolge

Jesus zog durchs Land und sagte zu Menschen: »Folge mir nach!« Noch erstaunlicher als diese Aufforderung: Die Leute taten es. Sie ließen alles zurück. Männer, Frauen, Paare, Mutter und Sohn – viele teilten Jesu Vagabundenleben. Daneben gab es auch Nachfolger, die sesshaft blieben und in deren Häuser Jesus einkehrte. Er versprach seinen Jüngern nicht nur den Himmel auf Erden. Er sagte klipp und klar: »Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich.« Nachfolge heißt, so Dietrich Bonhoeffer, sich Gott ganz und gar in die Arme werfen. Nachfolge ist Bindung an Christus.

naiv

Wer das Bedürfnis hat, Konsistenz, Sinn und Vernunft in die Welt zu bringen, geht auf’s Ganze. Dem zynischen »Geld regiert die Welt« oder »Nur Bares ist Wahres« präsentiert der Naive die Rechnung, indem er nachfragt: »Wie hoch ist denn dein Preis? Was bezahlt man dir für deine Meinung?« Das Bedürfnis nach stimmiger, heiler Welt, ist das kindliche Bedürfnis nach Aufklärung über Ideologie. Solche Aufklärung leistet der Mann aus Nazareth.

Neu

Die Botschaft Jesu wird in der Apostelgeschichte als »neuer Weg« bezeichnet. Nicht nur der Inhalt des jungen Christentums, auch seine Zugangsbedingungen sind neu. An die Stelle der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe ersetzt Egalität die früheren Zugangsbedingungen zur Religion.

Neu

Ein Blick in die Natur zeigt es: Neues Leben erwacht. Das erscheint jedes Jahr wieder wie ein kleines Wunder. Nach langen dunklen Tagen ist es zunehmend hell, wächst zartes Grün, Knospen sprießen, erste Blumen blühen. Eine Pracht für die Augen, auch der Geruchssinn kommt auf Touren. Eine gute Zeit, um Altes hinter sich zu lassen. Trübe Gedanken, unsinnige Streitereien, unterdrückte Wut. Weg damit. Ballast abwerfen. Belastendes hinter sich lassen. Anders denken, neu ausrichten. Das fängt manchmal banal an – zum Beispiel mit dem Ausmisten von Schränken!

Neuanfang

Am Beginn des neuen Kirchenjahrs lohnt ein Rückblick. Nicht mit guten Vorsätzen. Sondern einmal umgekehrt: Was möchte ich in meinem Leben auf keinen Fall ändern? Was soll so bleiben, wie es ist? Und warum wünsche ich mir das? So wird aus dem Rückblick aufs Bestehende ein neuer, bewusster Anfang.

Neues

Mit der Vorstellung der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus kommt ein grundlegend neuer Gedanke in die Welt: Gott begrenzt sich selbst im Leib eines Menschen. Nicht die Allmacht steht im Mittelpunkt, sondern der Glaube an einen Gott, der menschliche Wege auch dann mitgeht, wenn diese notgedrungen krumme Wege sind. Anerkannt wird der Gottlose, nicht der Fromme, aufgesucht werden skandalöse Lebenssituationen, nicht bürgerliche Rechtschaffenheit. Als der Film »Die Sünderin« 1951 die christlichen Gemüter erregt, sagt die Hauptdarstellerin Hildegard Knef: »Ich wünschte, die Leute hätten sich über Auschwitz so aufgeregt, wie über meinen Busen.«

Neujahr

Es ist nicht selbstverständlich, dass das Jahr mit dem 1. Januar anfängt. Für Christen zum Beispiel beginnt das neue Kirchenjahr am ersten Advent. Ab dem Jahr 153 nach Christus galt im römischen Reich der 1. Januar als Jahresbeginn. In den zwei Wochen davor feierten die Römer ausschweifend das Fest des Gottes Saturn, die Saturnalien. Christen sollen deshalb am 1. Januar gefastet haben. Im Mittelalter setzt sich dieser Tag im westlichen Europa weitgehend als Jahresbeginn durch. Weltweit lagen die Jahresanfänge kreuz und quer im Kalender. So sah der französische Revolutionskalender den 22. Juni als Neujahr vor. Andere Religionen und Völker haben bis heute bewegliche Neujahrstermine wie im chinesischen, im jüdischen oder im muslimischen Kalender.

Neujahr der Bäume

Im jüdischen Kalender gibt es das »Neujahr der Bäume«, auf hebräisch Tu Bi-Schewat. Hintergrund ist das Gebot Gottes, die Früchte von neu gepflanzten Bäumen erst im fünften Jahr zu essen. Tu Bi-Schewat markiert den Beginn der Pflanzzeit in Israel. Darum ist dies der Stichtag für die Jahreszählung. Juden begehen diesen Tag mit einem Festmahl, dem Tu-Bischewat-Seder, zu dem Weintrauben, Nüsse, Feigen, Datteln, Oliven, Granatäpfel und Getreide gehören – die sieben Früchte Israels. In der heutigen Zeit wird Tu Bi-Schewat mehr und mehr zu einem Tag des Umweltschutzes. Zu dem Fest pflanzen in Israel viele Menschen Bäume.

Nikolaus

Als Sohn reicher Eltern soll er sein gesamtes ererbtes Vermögen den Armen gegeben haben. Die Legende zeigt ihn als Bischof der Stadt Myra, dem heutigen Demre, einem kleinen Ort 100 Kilometer südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Gestorben ist er an einem 6. Dezember im vierten Jahrhundert – das genaue Jahr ist nicht bekannt. Im Mittelalter verändert sich seine helfende Rolle, als die Gestalt des Knecht Ruprecht dazukommt, die den gütigen Nikolaus begleitet und Verfehlungen bestraft. Martin Luther wollte die Heiligenverehrung in den Nikolausbräuchen zurückdrängen und empfahl das Christkind als Geschenkebringer. Das Christkind ist nicht der neugeborene Jesus, sondern eine engelhafte Gestalt, die sich nachts ins Haus schleicht und die Geschenke bringt. Tatsächlich hat sich das Schenken zum Weihnachtsfest erst im 19. Jahrhundert nach und nach durchgesetzt und die Nikolausgeschenke deutlich verdrängt.

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