Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Panorthodoxes Konzil

Ab dem 19. Juni 2016 wollen sich Vertreter der verschiedenen orthodoxen Kirchen zu einem gemeinsamen Konzil auf Kreta treffen. Eine solche »Heilige und Große Synode« gab es noch nie. Die jetzige wird seit gut 100 Jahren vorbereitet. Es gibt einiges zu besprechen. Was bedeutet orthodoxes Christsein im 21. Jahrhundert? Orthodox heißt übersetzt »rechtgläubig«. Sind alle anderen Christen »falschgläubig«? Die Orthodoxen diskutieren über ihr Verhältnis zu Katholiken und Protestanten. Inner-orthodox kriselt es im Vorfeld gewaltig. Die Kirche Bulgariens hat mit Boykott gedroht. Damit könnte das Konzil scheitern, ehe es begonnen hat. Das Moskauer Patriarchat versucht, es durch Vorgespräche noch zu retten.

Palme

In der Antike waren vor allem die Blätter der Dattelpalme bei politischen Demonstrationen populär. Bis zu drei Meter groß kann ein solches Palmblatt sein. Es galt als Sinnbild des Lebens und des Sieges. Darum schwenkten die Menschen im damaligen Palästina Palmzweige, wenn ein König nach gewonnener Schlacht in die Hauptstadt einzog. Sie riefen dazu: »Hosianna!«, zu Deutsch: »Hilf doch!« Der König – noch in Siegerlaune – hatte vielleicht ein offenes Ohr für die Nöte seiner Untertanen. Dass Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem so begrüßt wurde, musste wie eine Provokation auf die römische Besatzungsmacht wirken.

Passion

Vor uns liegt der letzte Sonntag vor der Passionszeit. Der Weg wird steil. Sein Ziel ist eine Hinrichtungsstätte. Wer mitgeht, mag noch allen Mut verlieren. Wie der Mann am Kreuz, dem nichts mehr blieb als die Hoffnung auf Gottes Aufstand.

Passionszeit

Wir begehen mit dem heutigen Sonntag den ersten Sonntag der Passionszeit. Die Liturgie des Gottesdienstes »trägt« nun Violett als Zeichen der Besinnung und Sammlung. Die Leidensgeschichte Christi hat nicht nur Theologen, sondern auch Schriftsteller und Regisseure beschäftigt. Ein Film des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman nimmt sich der Passion in besonderer Weise an: Im Film »Licht im Winter«, der 1962 entstand, verliert ein lutherischer Pfarrer seinen Glauben. Die Passion Jesu und auch seine eigene Leidensgeschichte erscheinen ihm zu ungeheuerlich. Vielleicht eine Anregung für einen Filmabend in der Passionszeit.

Passionszeit

Wörtlich heißt das Leidenszeit – vom lateinischen Verb patere: leiden – und steht als Synonym für die 40 Tage des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das Osterfest der Auferstehung. Sie beginnt traditionell am Aschermittwoch und endet mit dem Ostersonntag. Das sind allerdings 46 Tage, werden kluge Rechner einwenden. Da die Sonntage jedoch nicht mitgezählt werden, stimmt die Rechnung.

Petrus und Paulus

Der 29. Juni ist ihr Tag. Sie waren sich nicht immer grün, hatten aber ein Ziel: das Evangelium weitersagen. Simon Petrus, Fischer vom See Genezareth, ist – neben Marta – der erste, der zu Jesus sagt: »Du bist Christus!« Jesus nennt ihn »Petrus«, Griechisch für »Fels«. Petrus wird zur Mitte der Jerusalemer Urgemeinde. Paulus, Pharisäer und Zeltmacher, hat Jesus nicht erlebt. Noch unter dem Namen Saulus hat er die ersten Christen verfolgt, bis ihm auf dem Weg nach Damaskus Christus erschien. Er wurde von Saulus zu Paulus, dem Apostel der Völker. Seine Streitfrage mit Petrus: Muss, wer Christ sein will, erst Jude werden, sich beschneiden lassen und nach jüdischen Geboten leben? Petrus meinte zunächst, ja. Paulus nein. Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem konnte Paulus mit seiner Position überzeugen. Die Jesus-Bewegung tat den Schritt von einer innerjüdischen Gruppe hin zur weltweiten Kirche.

Pfingsten ...

ist nach Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im Kirchenjahr. Sein Thema ist die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu. Der Name kommt vom griechischen »Pentekoste« für der »fünfzigste Tag« nach Ostern. Das christliche Pfingsten gehört mit dem jüdischen Wochenfest zusammen (hebräisch »schawuoth«): Es wird sieben Wochen oder eben 50 Tage nach Pessach gefeiert. Im Mittelpunkt des Wochenfestes stehen die zehn Gebote. Es ist ein Pilgerfest: Juden, die sonst in verschiedenen Ländern leben, kommen nach Jerusalem. Darum waren Menschen verschiedener Herkunft in der Stadt, als der Heilige Geist auf die Jünger Jesu herab kam und sie so sprechen ließ, dass jeder es in seiner Muttersprache verstand.

Pharisäer

Pharisäer sind im Neuen Testament die Feinde von Jesus schlechthin. Die Evangelisten stellen sie als Heuchler dar, die keine Gelegenheit auslassen, um Jesus aufs Glatteis zu führen. Dieses Bild wirkt bis heute nach. »Pharisäer« meint einen Menschen, der scheinheilig tut. »Pharisäer« heißt ein Kaffee mit Sahne und einem Schuss Rum. Das Getränk kommt harmlos daher, ist aber hochprozentig. Das ist ein Zerrbild. Die Pharisäer zur Zeit Jesu waren eine Gruppe, die den Glauben an Gott besonders ernst nahm. Auf Aramäisch heißen sie »peruschim«, übersetzt »die Abgesonderten«. Sie wollten sich genau an alle Gebote Gottes halten und diese im Alltag leben. Sie haben die Tora lebens- und volksnah ausgelegt und damit in der Geschichte des Judentums für einen geistlichen Aufbruch gesorgt. Darin waren sie der Jesus-Bewegung durchaus ähnlich. Umso schärfer haben sich die ersten Christen von ihnen abgegrenzt.

Profan

»Mach dein Ding!« Jede Baumarktwerbung ist heute religiös, weil selbst das profane Schaffen, Hämmern und Spachteln den religiösen Kern hat, dem Leben Sinn, Stabilität, Inhalt zu geben. Zur Entschlüsselung des Christentums lohnt der Blick in den profanen Alltag: Er kann im Gegenzug gleichnishaft für das werden, was in jeder Dogmatik schlummert. Doch ohne den erlösenden Kuss aus der Welt wäre Dornröschen zwar schön, aber nicht lebendig.

Prophet...

bedeutet aus dem Griechischen übersetzt: einer, der etwas voraussagt. Im Alten Testament sind es Menschen, zu denen Gott spricht und die das Wort Gottes ihren Zeitgenossen ausrichten. Sie beanspruchen, nicht ihre persönliche Meinung zu verbreiten. Sie verstehen sich als von Gott berufen. Ein König im Alten Orient hat Hofpropheten, die ihn beraten. Woran erkennt man, ob ein Prophet die Wahrheit sagt oder falsch liegt? Die wahren Propheten reden in der Bibel dem Herrscher und dem Volk nicht nach dem Mund. Sie sprechen unbequeme Wahrheiten aus und legen den Finger in die Wunde. Sie trauen keinem falschen Frieden. Sie zeichnen sich durch innere Unabhängigkeit aus, lesen auch den Reichen die Leviten und sehen Unheil kommen, wo alle anderen sich in falscher Sicherheit wiegen. Umgekehrt kündigen sie Trost und Gottes Hilfe an, wo andere alles schwarzmalen und die Hoffnung aufgeben.

Psalm

Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Lied« oder »Saitenspiel«. Der Psalter mit 150 Liedern heißt in der hebräischen Bibel »Buch der Preisungen«. Eine Reihe von Psalmen wurde nachträglich König David zugeschrieben. David galt als guter Harfenspieler und Dichter. Der Psalter ist über Jahrhunderte entstanden. Seine heutige Fassung bekam er vermutlich im 4. Jahrhundert vor Christus. Einige Psalmen geben Hinweise, wie sie zu singen sind – heute meist unverständlich wie in Psalm 22: »Nach der Weise der Hirschkuh, die früh gejagt wird.« Psalmen haben Worte für die unterschiedlichen Situationen des Lebens: Dank und Klage, Vertrauen und Verzweiflung, Buße und Staunen über Gottes Schöpfung. Martin Luther nannte den Psalter eine kleine Bibel: »Wo findet man feinere Worte von Freuden, als die Lobpsalmen haben? Wo findest du tiefere Worte von Traurigkeit, als die Klagepsalmen haben?« Lieder, über 2400 Jahre alt. Bis heute gelesen, gebetet, gesungen.

Purim

Das jüdische Fest nimmt Bezug auf das biblische Buch Esther. Darin wird berichtet, wie Esther, die jüdische Ehefrau des persischen Königs, ihr Leben riskierte, um ihr Volk von der Verfolgung durch den Hofbeamten Haman zu retten. Der Tag der geplanten Vernichtung wurde per Los (hebräisch: Pur) bestimmt. In den Synagogen wird das Buch Esther vorgelesen. Vielerorts gibt es eine feierliche Mahlzeit, Kostümfeste, bei denen Ratschen zum Einsatz kommen, und es werden Süßigkeiten und Geschenke an Bedürftige verteilt. Der Tag vor Purim wird Taanis Esther genannt, als Erinnerung an die Fastenzeit Esthers.

Purpur...

bewegt sich im Farbspektrum zwischen Rot und Blau. Er gehört zu den teuersten Farbstoffen, weil er aufwendig aus dem Sekret der Purpurschnecke gewonnen wird. In der Bibel ist er die Farbe der Privilegierten und Priester, der Reichen und Schönen. Purpurhändler machten ein Vermögen, so wie Lydia, die erste Christin Europas (Apostelgeschichte 16; Andacht rechts). Heilige Gewänder waren aus blauem und rotem Purpur gemacht (2. Mose 28,5). »Deine Haare sind wie Purpur« ist ein großes Kompliment (Hoheslied 7,6). Einen Purpurmantel tragen Könige – und so ziehen die Soldaten dem zum Tod verurteilten Jesus zum Spott einen solchen an (Markus 15,17): Dieses Häuflein Elend will König sein! Die Definition des Farbtons changierte im Lauf der Geschichte. Mal war er mehr scharlachrot, mal violett. Im Mittelalter war die Farbe Kardinälen vorbehalten. Sie hießen »Purpurträger«. Heute spricht man von Kardinalrot.

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