Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Reformation

Ihr Beginn wird allgemein auf 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte. Ihre Vorläufer aber reichen weiter zurück. Als Abschluss betrachten Historiker den Westfälischen Frieden von 1648. Luther hat nur vier Jahre gebraucht, um die Weltgeschichte zu verändern. Er hat die Legitimität des Papstes bestritten, das Priesteramt ab- und die weltlichen Berufe aufgewertet, Klostergelübde für überflüssig erklärt, das Priestertum aller Gläubigen begründet, Laien Mitbestimmung in der Kirche zugesprochen, das Abendmahl neu interpretiert, die Zahl der Sakramente auf zwei reduziert, die Heiligen- und Reliquienverehrung abgeschafft und den christlichen Glauben auf drei Säulen gestellt: Glaube, Gnade, Heilige Schrift.

Reformiert

Am 11. Oktober 1531 starb Huldreich (Huldrych) Zwingli, der Reformator in Zürich. Auf ihn und Johannes Calvin in Genf geht der reformierte Strang der evangelischen Kirche zurück. Innerhalb des Protestantismus unterscheidet man zwischen den Kirchen, die sich auf Luther als Reformator berufen (evangelisch-lutherisch), und denen, die sich auf Zwingli und Calvin beziehen (reformiert). Die dritte Gruppe, die unierten Kirchen wie Hessen-Nassau, verbinden beides. Luther und Zwingli entzweiten sich über dem Wort »ist«. »Das ist mein Leib, das ist mein Blut«, so die Übersetzung von Jesu Worten über Brot und Kelch. Ist Christus also beim Abendmahl leibhaftig präsent (Luther) oder sind seine Worte symbolisch zu verstehen (Zwingli)? Calvin vertrat eine Zwischenposition: Christus schenke mit Brot und Wein seine Gemeinschaft. Wegen dieses Streits feierten Reformierte und Lutheraner jahrhundertelang kein gemeinsames Abendmahl. Erst 1973 einigten sie sich in der sogenannten »Leuenberger Konkordie«. 

Reichtum...

... ist in der Bibel nicht an sich schlecht. Gottes Segen an Abraham oder Jakob drückt sich auch darin aus, dass ihre Herden groß und ihre Güter zahlreich sind. Jesus erzählt in seinen Gleichnissen von Menschen, die Äcker oder Perlen kaufen, ohne deren Besitz zu kritisieren. Reichtum wird zum Problem, wenn man sein Herz daran hängt und die Not der anderen ausblendet. Die Kluft zwischen Arm und Reich sieht bei Gott ganz anders aus. Der selbstbezogene Reiche findet sich ganz unten in der Hölle wieder. Der arme Lazarus, dessen Elend er ignoriert hat, sitzt oben in Abrahams Schoß (Lukas 16,19-31).

Religionsunterricht

Religiöse Bildung ist keine Nötigung zu einem Bekenntnis. Sie ist notwendig, weil zur menschlichen Bildung Einsicht in eigene und fremde Werte und Normen, Glück und Selbstkritik, Schmerz und Sehnsucht gehören. Weil diese Bildung nicht nebenbei erfolgt, sondern geschütztes Terrain benötigt, ist Religionsunterricht in allen Schulformen unverzichtbar.

retten

Das ist der Job des dreieinigen Gottes und seines Sohns Jesus Christus, nichts weniger. Allerdings dürfen die Menschen dabei nicht tatenlos herumstehen und ihnen bei der Arbeit zusehen. Jeder Einzelne ist dazu aufgerufen, seinen Beitrag dafür zu leisten, dass die Welt ein wenig besser wird. Jeden Tag ein bisschen mehr. Zugegeben: Klingt ein bisschen mühsam. Lohnt sich aber.

retten

Mal eben schnell die Welt retten! So wie Elia (1.Könige, 19,1-8). Um seine Person geht es in der Lesung im Alten Testament. Elia will sterben, einsam unter einem Ginsterstrauch in der Wüste. Er hat versagt, konnte das Volk nicht davon abbringen, die Fruchtbarkeitsgötter der heidnischen Umgebung im gelobten Land anzubeten. Treuloses Volk. Da kommt ein Engel des Herrn und sagt: »Steh auf und iss!« Von Brot und Wasser gestärkt, marschiert der Prophet zum Gottesberg Horeb. 40 Tage lang. Dort aber will er Gott endgültig seinen Prophetenauftrag zurückgeben. Die Kündigung quasi. Denn die Menschen sind schlecht. Frustration, Resignation, Burn-out hießen heute die Gründe. Doch Gott zeigt sich ihm, steht ihm bei, ist an seiner Seite. Elia ist nicht allein. Gemeinsam lässt sich schon was retten.

Richterstuhl

Gott ist vollendete Gerechtigkeit. Darauf hoffen Christen und Juden. So steht der Richterstuhl Jesu Christi nicht für einen himmlischen Volksgerichtshof, sondern als Zuspruch: Nichts ist vergessen. Alles kommt noch einmal zur Sprache. Vor einem, der selbst Unrecht erlitt.

Richterstuhl

Lässt sich ein solches Bild Gottes, des gestrengen Richters, heute noch aufrechterhalten? Ja. Denn die Hoffnung, die jenem Bild innewohnt, lebt nicht von Strafe, sondern von der Sehnsucht nach vollendeter Gerechtigkeit.

Rom und Konstantinopel

Der 16. Juli 1054 gilt als der Tag, an dem katholische und orthodoxe Kirche sich trennten. Entfremdet hatten die beiden sich schon länger. Papst Leo IX. beanspruchte die Oberhoheit in der Christenheit, also auch über Michael Kerullarios, den Patriarchen von Konstantinopel. Der war davon nicht amüsiert. Kardinal Humbert sollte vermitteln und reiste nach Konstantinopel. Dort bestritt er die Gültigkeit der Weihe des Patriarchen und beleidigte einen Mönch. Nicht verwunderlich, dass seine Verhandlungen scheiterten. Daraufhin legte er am 16. Juli 1054 eine Bulle mit der Exkommunikation des Patriarchen auf den Altar der Hagia Sophia. Kerullarios seinerseits kündigte ihm und dem Papst die Gemeinschaft auf. Das gilt als der große Bruch zwischen katholischer und orthodoxer Kirche. Erst 1965 hoben Papst Paul VI. und Patriarch Athinagoras die gegenseitige Exkommunikation auf.

Rosch-ha-Schana

Für Jüdinnen und Juden fängt am Donnerstag, dem 21. September, das neue Jahr an. Nach dem jüdischen Kalender ist es das Jahr 5778. Rosch-ha-Schana bedeutet übersetzt »Kopf des Jahres«. Das zweitägige Neujahrsfest erinnert an den Bund Gottes mit dem Volk Israel. Juden legen an diesem Tag Rechenschaft über ihr Handeln ab. Als Aufruf, gut zu handeln und sich vom Bösen abzuwenden, wird der Schofar, ein Widderhorn, geblasen. In vielen Synagogen wird der Betraum besonders geschmückt, die vorherrschende Farbe ist weiß. Es ist Brauch, an diesem Tag einen Apfel mit Honig zu essen, um dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, das neue Jahr möge gut und süß werden.

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