Evangelische Sonntags-Zeitung

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ABC des Glaubens

Talent

Das Evangelium des Sonntags ist Jesu Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäus 25, 14-30). Talent kommt vom griechischen tálanton und war die größte Gewichtseinheit in der Antike. Es steht für die oberste Grenze an Last, die ein Mensch noch einigermaßen bequem bewältigen kann. Im Israel zur Zeit Jesu waren das circa 36 Kilogramm. In dieser Gewichtseinheit wurden Gold und Silber gemessen. Das übliche Zahlungsmittel zur Zeit Jesu war Silber. Ein einfacher Arbeiter verdiente pro Tag einen Silbergroschen oder Denar mit einem Gewicht von 4,5 Gramm Silber. 8000 Denare wogen also ein Talent Silber auf – der Verdienst von gut 25 Jahren eines Arbeiters. In Jesu Gleichnis vertraut ein Mensch seinen drei Knechten insgesamt acht Talente an. Ein Vermögen an Kaufkraft und Lebenszeit. Schon ein Talent zu haben, macht reich. »Mach was aus dem Talent, das Gott dir anvertraut hat!«, ist eine Deutung für das Gleichnis Jesu.

Talent ...

ist ursprünglich eine Gewichtseinheit in der Antike. Ein Talent hatte ein Gewicht von gut 30 Kilogramm und wurde in Silber aufgewogen. Heute versteht man darunter eine Begabung. Jesu Gleichnis von den anvertrauten Talenten hat diese Bedeutung des Wortes geprägt.

Taufe ...

kommt ursprünglich von »eintauchen«. Der erste Täufer in der Bibel ist der Wüstenprediger Johannes. Wer seine Sünden bekannt hatte, den tauchte Johannes in den Jordan, um ihn vor vor dem Gericht Gottes zu retten. Auch Jesus ließ sich von Johannes taufen. Das Neue Testament betont: Jesus war ohne Sünde. Mit der Taufe nahm er die Sünde der Welt auf sich. Als Jesus aus dem Jordan stieg, kam der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herab. Eine Stimme vom Himmel sprach: »Dies ist mein lieber Sohn.« Der auferstandene Christus gab seinen Jüngern den Auftrag zu taufen. Nach christlichem Glauben ist Taufe der Bund, den Gott mit dem Täufling ein für alle Mal schließt. Sie befreit von Sünde. Sie verleiht den Heiligen Geist. Sie verbindet mit Christus. Gottes Wort gilt dem Täufling: »Du bist mein lieber Sohn. Du bist meine liebe Tochter.«

Taufe

Die biblischen Deutungen der Taufe sind vielfältig. Das »Abwaschen« der Sünde ist ebenso theologisches Konstrukt wie die Aufnahme in eine bestimmte religiöse Institution. Auch die sogenannte »Bekehrung« konservativ-pietistischer Lesart ist keine notwendig zu vollbringende Leistung im Anschluss an die Taufe, weil die »Bekehrung« nicht heilsnotwendig ist. In theologisch verständlicher Lesart ist die Taufe die Anerkennung des Menschen als eines freien Subjekts – ohne jegliche Vorleistungen. Der Verweis auf Gott belegt, dass diese Anerkennung unbedingt gilt; die Gemeinde muss in diesem Sinne ein Ort der Freiheit sein.

Taufe

Das deutsche Wort Taufe kommt ursprünglich von »eintauchen«. Wasser hat in allen Religionen eine starke Symbolkraft. Ohne Wasser kein Leben. Wasser kann aber auch Leben vernichten. Die christliche Taufe verbindet diese Extreme. Was von Gott trennt, soll im Wasser der Taufe untergehen. Der Getaufte taucht als neuer Mensch auf, als Kind Gottes.

Taufe

Die Taufe ist ein typisch christliches Zeichen. In den evangelischen Landeskirchen ist sie das erste Sakrament, das ein Mensch empfängt. Das andere Sakrament ist das Abendmahl. Die Taufe geschieht auf den Namen des dreieinigen Gottes. Sie verleiht die Gabe des Heiligen Geistes. Im Unterschied dazu hat Johannes der Täufer zur Buße gerufen und eine Taufe der inneren Reinigung vollzogen. Er selbst hat Jesus getauft. Taufrituale zur äußeren und inneren Reinigung waren damals in verschiedenen jüdischen Glaubensgemeinschaften verbreitet. Taufe war also nichts Neues. Jesus selbst hat nicht getauft. Doch schon die Apostelgeschichte berichtet aus der Zeit der ersten Gemeinden um das Jahr 50, dass sich viele taufen ließen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Martin Luther unterschied zwischen dem einfachen Wasser und dem Wasser der Taufe, das durch Gottes Wort mit Christi Tod und seiner Auferstehung verbindet.

Teufel

Gibt es den überhaupt? Satan, Luzifer, Beelzebub oder wie er sich auch nennen mag, mit Bocksbein oder Pferdehuf, mit Schwanz und Dreizack, schwarz oder rot und wutschnaubend, in eine Wolke aus Rauch und Schwefel gehüllt? Diese Vorstellung hat Generationen von Menschen in Angst und Schrecken versetzt, heute gelingt das meist nur noch bei kleinen Kindern. Wenn es im Vaterunser heißt »... und erlöse uns von dem Bösen ...«, dann meinen Katholiken den Bösen, Protestanten das Böse. Ob es aber den Bösen nun gibt oder nicht: Das Böse steckt in jedem Menschen. Die einen können es in Schach halten, andere eher nicht.

Teufel

»Der einzige Beweis für die Existenz des Teufels ist jedermanns Begierde, ihn am Werk zu sehen.« So lässt der Schriftsteller Umberto Eco seine Romanfigur William von Baskerville, einen kritischen Theologen, sprechen. Den Schock der Neuzeit, dass dieser Satz umgekehrt auch für Gott gelten könne, hat William uns wohlwissend erspart. Die Theologie arbeitet seither auf glattem Terrain. Das ist waghalsig, manchmal auch belustigend, dann nämlich, wenn auch der Teufel ins Rutschen kommt und das unerwartet Gute doch noch eintrifft.

Teufel...

kommt vom griechischen diabolos und bedeutet »der Durcheinander-Werfer, der Auseinander-Bringer«. Wo spalterische Kräfte das Leben ins Chaos stürzen, sahen die Menschen der Bibel den Teufel leibhaftig am Werk. Er ist eine Symbolfigur für das Böse, dem Menschen wie einer fremden Macht begegnen. Er personifiziert das Böse, zu dem Menschen selber fähig sind. Der hebräische Name Satan wird mit »Widersacher« übersetzt. Damit können auch menschliche Feinde gemeint sein. Jesus fährt einmal Petrus an: »Geh weg von mir, Satan!« (Matthäus 16, 23) Im Buch Hiob und beim Propheten Sacharja gehört der Satan zum himmlischen Hofstaat. Er ist Gottes Gegenspieler, der die Menschen anklagt oder Gott selbst dazu verleitet, den frommen Hiob zu versuchen. Im Neuen Testament erscheint der Teufel als Oberster der Dämonen. Er kann Menschen besessen machen. Er verführt Judas zum Verrat. Durch Jesus hat der Teufel ausgespielt. Der Gottessohn ist mächtiger als der Versucher. Jesus sieht »den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz« (Lukas 10, 17).

Tisch

Ort der Gastfreundschaft. Doch auch religiöse Differenzen, die »unter den Tisch fallen«, weil sie gar nicht angesprochen werden, gehören hierher. Die Frage nach den Menschenrechten oder der Gleichberechtigung
der Geschlechter in den Religionen muss auch an diesem Tisch besprochen werden.

Tod ...

hat in der Bibel viele Gesichter. Geradezu biblisch ist, wenn jemand »alt und lebenssatt« stirbt wie Abraham (1. Mose 25, 8). In dieser Gestalt hat der Tod nichts Bedrohliches. Ganz anders, als wenn ein Mensch »im Mittag seines Lebens« (Jesaja 38, 10) stirbt. Dann ist der Tod ein Abbruch. Am meisten graut den Menschen der Bibel vor dem Tod als völliger Einsamkeit. Der Tote ist allein, herausgerissen aus jeglicher Gemeinschaft. Es gibt zwar die Redewendung »zu seinen Vätern versammelt werden« (2. Könige 22, 20). Aber es bleibt die bange Frage: Denkt Gott an die Toten? Die in die Grube fahren, warten nicht auf Gottes Treue, fürchtet der kranke König Hiskia (Jesaja 38, 18). Der Glaube, dass Gottes Lebensmacht bis ins Totenreich dringt, ist schon im Alten Testament präsent. »Ich weiß, dass mein Erlöser lebt«, bekennt der sterbenskranke Hiob (19, 25). »Ich bin der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs«, stellt sich Gott selbst vor. Er identifiziert sich mit Menschen, die lange tot, für Gott aber offenbar sehr lebendig sind. Jesus folgert: »Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden« (Markus 12, 27).

Tod

»Hätte der Tod nur negative Seiten, so wäre Sterben eine undurchführbare Leistung.«

E. M. Cioran

Toleranz

Darin steckt die lateinische Vokal »tolerare« – erdulden, ertragen, hinnehmen. Toleranz bedeutet hinzunehmen, zu ertragen und zu respektieren, dass ein Anderer anders ist, andere Wertvorstellungen hat. Dies ist die Grundvoraussetzung auch für den Dialog der Religionen. Um andere Wertvorstellungen zu respektieren, muss man sich auch über die eigenen im Klaren sein. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat das Jahr 2013, das sechste Jahr der Luther-Dekade vor dem 500-Jahr-Jubiläum der Reformation 2017, zum Jahr der Toleranz ausgerufen.

Trauer

Eine der zentralen Emotionen – Gefühlsregungen – des Menschen, auch vieler Tiere. Wer trauert, fühlt sich einsam, allein, verlassen. Wer trauert, bedarf des Trostes. Die Religion ist dafür wie geschaffen – doch auch Scharlatane finden ein reiches Betätigungsfeld, wenn Menschen festen Halt suchen.

Trinität

Ein Gott in drei Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist. Zu diesem Bekenntnis hat die Christenheit in den ersten vier Jahrhunderten gefunden, formuliert auf dem Konzil in Nizäa und Konstantinopel (325 / 381 n. Chr.). Die Ausgangsfrage: Wer ist Jesus? Die Antwort: »Des lebendigen Gottes Sohn« (Matthäus 16, 16). Sohn und Vater sind eins (Johannes 10, 30). Und der Heilige Geist? Er kommt bei der Taufe auf Jesus herab. Eine Stimme vom Himmel sagt: »Dies ist mein lieber Sohn« (Matthäus 3, 17). Vater, Sohn und Heiliger Geist sind wesenseins. Das war umstritten. Arius aus Alexandrien nannte Jesus das erste Geschöpf, aber eben nicht Gott. Der Reformator Calvin trug zum Todesurteil gegen Servet bei, weil der die Trinitätslehre bestritt. Für Schleiermacher, Theologe des 19. Jahrhunderts, hat sie »mehr die Form eines noch schwebenden Problems«. Auf Seiten des Islam wird sie als Vielgötterei verstanden. Für den christlichen Glauben drückt sie aus: Der eine Gott ist kein abstraktes Prinzip. Er offenbart sich als Du, als Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Trinitatis

Das Fest der Dreieinigkeit Gottes erinnert an das trinitarische christliche Gottesverständnis. Der christliche Gott begrenzt seine Allmacht in Jesus Christus: Mensch und Welt werden nicht von Gott dominiert, sondern als freies und eigenverantwortliches Gegenüber Gottes anerkannt. Wie aber diese Freiheit gestaltet wird, erkennt der Mensch im Heiligen Geist: Handelt der Mensch als »Titan«, niemandem verantwortlich als dem eigenen Machtstreben, oder begrenzt er seine Macht nach dem Vorbild Gottes?

Tröster

Mit diesem wunderschönen Wort für den Heiligen Geist hat Martin Luther eine griechische Vokabel verdeutscht, die vor allem im Johannes-Evangelium vorkommt. (Johannes 14,16; 15,26; 16,7) Andere fanden andere Übersetzungen für das griechische Wort Paraklet. So entschied sich Ulrich Zwingli für den Begriff »Beistand«, der auch von der katholischen Einheitsübersetzung verwendet wird. Dies kommt der antiken Bedeutung nahe, nach der ein Paraklet der Anwalt eines Beklagten ist. So klingt es auch im Buch Hiob an. (Hiob 19,25) Das Wort Tröster, das Luther verwendet, macht deutlich, dass es um Ermutigung in aussichtslosen Situationen und in der Trauer geht. Jesus setzt den Tröster mit dem Heiligen Geist in eins, der für Wahrheit und Gerechtigkeit eintritt. (Johannes 16,13)

Tugend

Eine gute Eigenschaft, eine anständige Haltung – das ist Tugend. Ehrlichkeit, Friedfertigkeit und Güte zählen dazu. Sie setzen meist irgendeine Art von Verzicht voraus: auf den eigenen Vorteil, auf Rache, auf ein materielles Gut (wenn man gütig schenkt). Auch die Freundlichkeit ist ein Tugend. Sie ist die wohlfeilste Tugend, denn sie kostet nichts, nur ein Lächeln. Und dennoch wird sie am häufigsten vermisst.

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