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Andacht

Der Schlüssel zum Frieden

Jerusalem ist ein Sehnsuchtsort vieler – die Stadt gehört niemandem exklusiv und dadurch allen

picture alliance / NurPhotoDer Tempelberg in Jerusalem mit dem Felsendom, vom Ölberg aus fotografiert. Hinten links sieht man den Turm der evangelischen Erlöserkirche.

privat/Sandra KonoldGabriele Zander ist Pfarrerin und leitet das Evangelische Pilger- und Begegnungszentrum Auguste Victoria auf dem Ölberg in Jerusalem.

Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die dich lieben.« (Psalm 122,6) Waren Sie mal in Jerusalem? In den engen Gassen der Altstadt mit ihren arabischen Händlern, wo der Duft von Kardamomkaffee und Gewürzen einem die Sinne weckt? An der Westmauer des Tempels, wo Jüdinnen und Juden aus aller Welt ihre Gebete auf Zetteln in die Mauerritzen stecken? In der Grabes- und Auferstehungskirche, die sich sechs Konfessionen teilen und in der man zwischen ergriffenen Pilgerinnen und Pilgern und fotografierenden Touristen hin- und hergeschoben wird? Und auf dem Areal des Felsendoms und der Al-Aksa-Moschee, wo sich freitags Zehntausende von gläubigen Muslimen zum Gebet einfinden?

»Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll«, so lautet die Lutherübersetzung des dritten Verses in Psalm 122. Genauer könnte man übersetzen: »Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, die die verbindet (zu Freunden werden lässt), die in ihr zusammenkommen.«

König David hatte einst Jerusalem zu seiner Hauptstadt auserkoren, weil diese Burganlage an der Grenze zwischen den Stämmen Juda und Benjamin lag. Die Stadt gehörte keinem der Stämme exklusiv. Darum konnte David hier die unterschiedlichen Teile Israels zusammenbringen.

Jerusalem, auf Hebräisch Jeruschalajim, ist ein Name im Plural. Dieser Plural könnte für das himmlische und irdische Jerusalem stehen, aber eben auch für das Zusammenkommen der Verschiedenen in dieser Stadt: der unterschiedlichen Stämme zu Davids Zeiten, der verschiedenen Religionen, Nationen und Kulturen heute.

Die meisten Tränen um Jerusalem haben Menschen vergossen, wenn es an dem Respekt dafür fehlte, dass andere ebenfalls mit Jerusalem verbunden sind. Das meiste Blut ist hier geflossen, wenn einzelne Gruppen oder Glaubensgemeinschaften einen exklusiven Anspruch auf die Stadt erhoben haben. Doch wer Jerusalem wirklich liebt, so sagt es der 122. Psalm, muss neben seiner eigenen Verbundenheit mit dieser Stadt auch die der anderen respektieren. Das war und ist der Schlüssel zum Frieden von Jerusalem.

Vor einigen Wochen hatte Nava Hefetz, eine der Rabbinerinnen für Menschenrechte, mich zu einem Podium zur Bedeutung Jerusalems in den drei Religionen eingeladen. Neben einem Rabbiner und einer islamischen Rechtsgelehrten sollte ich als Christin und Pfarrerin über meine Verbundenheit mit Jerusalem sprechen. Das Publikum waren angehende israelische Soldatinnen und Soldaten.

Schnell wurde die spirituelle Bindung von uns dreien zu dieser Stadt deutlich und unser Respekt füreinander. Ja, es ist Platz für uns alle in Jerusalem. Für die Beterinnen und Beter an der Westmauer des jüdischen Tempels und in den Synagogen der Stadt. Für die Pilgerinnen und Pilger in der Grabeskirche und in den anderen Kirchen des christlichen Viertels. Für die muslimischen Beterinnen und Beter in der Al-Aksa-Moschee und in den anderen Moscheen Jerusalems. Unsere Botschaft für die angehenden Soldatinnen und Soldaten war: »Es möge Friede sein in deinen Mauern und Zufriedenheit in deinen Palästen. Um meiner Geschwister und Freunde willen, will ich sagen: In dir sei Friede.« (Psalm 122,7.8)

Von Gabriele Zander

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