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Andacht

Hilf doch!

Beistand in Zeiten von Corona

epd/akg-images GmbHDer Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag auf einem Gemälde von Hippolyte Flandrin (1809–1864). Es hängt in der Kirche Saint-Germain-des-Prés in Paris.

privatDaniel Lenski ist Pfarrer der Martin-Luther-Gemeinde in Königstein-Falkenstein im Taunus.

Sie werden mir fehlen in diesem Jahr: Die kleinen Buchsbaum-Zweige, die von der Gemeinde in die Höhe gehalten werden; die Menschen, die in Gruppen beim »Hosianna« aufstehen, nachdem wir gemeinsam gesungen haben »Jesus zieht in Jerusalem ein«; die Palmwedel, die feierlich beim Einzug zum Altar getragen werden. Jesus wird 2020 anders in unsere Gemeinden einziehen als in der Vergangenheit. Stiller, nachdenklicher.
Noch vor wenigen Wochen haben die Schülerinnen und Schüler meiner dritten Klassen diese wörtliche Übersetzung von »Hosianna« in roten Buchstaben in ihr Heft geschrieben: »Hilf doch!« Wie sehr möchte ich mich zum Volk stellen, das in Jerusalem steht und Jesus genau das zuruft. Hilf doch den älteren Menschen, die sich von diesem eigenartigen Virus nicht mehr erholen werden. Hilf den Ärztinnen und Pflegern, die bis zur Erschöpfung arbeiten. Hilf uns allen zusammenzustehen, während wir gerade verantwortungsvoll Abstand halten.
Wer damals Hosianna rief, der hatte Hoffnung – eine Hoffnung, die mit Händen zu greifen war. Viele erhofften sich den Abzug der Römer, manche die Heilung der Kranken, einige die Auferweckung der Toten. Hat Jesus nicht unter Beweis gestellt, dass selbst Begrabene auferstehen und Teufel sich an ihm die Zähne ausbeißen? Sollte diesem Mann etwas unmöglich sein?
»Hilf doch!« Wird Jesus bei uns einziehen, um den Virus zu besiegen? Ich wünsche es mir, aber ich weiß es nicht. Schon damals waren Jesu Pläne andere als die der Menschen. Jesus vertrieb keinen einzigen Römer. Und doch befreite er die Welt. Sie war nachher eine andere als zuvor. Viele waren frustriert und enttäuscht. Doch wer bis zum Ende an seiner Seite war, spürte eine Nähe wie nie zuvor.
Jesus zieht ein, um den Menschen nahe zu sein – im Schmerz, in der Einsamkeit und im Angesicht des Todes. Jesus ist gekommen, um zu bleiben. Ganz anders als erwartet. Aber bis heute spürbar.
Ja, 2020 wird Jesus anders bei uns einziehen als in den Jahren zuvor. Vielleicht stellen wir einen Palmwedel vor unsere Kirchentür – wenn wir noch einen bekommen. Oder legen kleine Buchsbaumzweige aus, die sich jeder mitnehmen kann. Vielleicht singen wir auch gemeinsam am Frühstückstisch oder still in unserem Herzen: »Jesus, zieh in Jerusalem ein. Hosianna!« Von Daniel Lenski

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Bibelwort des Tages
Losung und Lehrtext für Donnerstag, 02. April 2020
Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. Psalm 71,17
Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Lukas 2,28-30
Ihre Ansprechpartnerin

Andrea Seeger (as)
Theologische Redakteurin

Tel.: 069 / 92107-454
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