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Andacht

Licht in der Dunkelheit

Von dem Kind in der Krippe geht ein Licht aus, das Menschen zeigt: Du bist nicht von Gott verlassen

picture alliance / akgDie Anbetung der Hirten. Ölgemälde von Rembrandt (1606–1669)

EKHN / NeetzVolker Jung ist Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Weihnachten wird dann gefeiert, wenn die Tage am dunkelsten sind. Es ist kein Zufall, dass das Fest der Geburt des Jesus von Nazareth in diese Zeit gelegt wurde. Die Geburtsgeschichte in der Bibel hat viel Dunkelheit in sich. Da müssen Maria und Josef sich zu unpassender Zeit auf den Weg machen, weil der Kaiser in Rom eine Volkszählung angeordnet hat. Alle Welt ist unterwegs, darum finden Maria und Josef keine Herberge. Was ihnen bleibt, ist ein Stall. Wo es nicht einmal ein Bett gibt, wird ihr Kind geboren. Draußen auf dem Feld erfahren die Hirten, dass es eine besondere Geburt ist. In dunkler Nacht öffnet sich für sie der Himmel. Engel schicken sie auf den Weg nach Bethlehem. Sie senden sie mit den Worten: »Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren.« Die Hirten vertrauen den Worten. Sie gehen los hinein in die dunkle Nacht und kommen zum Stall.

Rembrandt hat das gemalt. »Anbetung der Hirten« heißt sein Bild. Er hat es nach dem Tod seiner Frau gemalt, als er trauerte und einsam war. Es ist ein sehr dunkles Bild. Die Hirten und auch Maria und Josef sind im Finstern. Ihre Blicke richten sich auf das Kind in der Krippe. Von dem Kind geht Licht aus. Viel heller als die Lampe, die Josef neben der Krippe hält. Das Licht erleuchtet die Gesichter der Menschen – besonders von denen, die nah bei dem Kind sind. Das Licht zieht auch den Blick derer an, die heute das Bild betrachten.

Die Geschichte in der Bibel und Rembrandts Bild sind voll tiefer Symbolik: die Dunkelheit der Nacht und des Lebens und das göttliche Licht, das von dem Kind ausgeht. Rembrandt hat wohl in seiner Trauer Halt, Trost und Hoffnung gesucht – im Blick auf das Kind in der Krippe. Viele werden das auch an diesem Weihnachtsfest tun. Besonders diejenigen, die viel Dunkelheit um sich herum spüren, weil sie mit einer schweren Krankheit kämpfen, weil sie einen Menschen vermissen, weil sie sich Sorgen machen.

»Das Licht scheint in der Finsternis, aber die Finsternis hat’s nicht ergriffen.« Das hat der Evangelist Johannes über Jesus gesagt. Er drückt aus, dass viele Menschen das Licht nicht begreifen und sich nicht daran orientieren, was von dem Kind in der Krippe ausgeht. Das Licht, das verbunden ist mit seiner Geburt und seinem ganzen Leben. Dazu gehört das, was der erwachsene Jesus sagt und tut. Dazu gehören sein Tod und seine Auferstehung.

Von dem Kind in der Krippe geht ein Licht aus, das Menschen zeigt: Du bist nicht von Gott verlassen, wie groß auch die Dunkelheit in deinem Leben jetzt gerade ist. Gottes Licht ist stärker als alle Dunkelheit. Von dem Kind in der Krippe geht ein Licht aus, das Menschen Orientierung gibt und auf einen guten Weg bringt: Lass dich nicht überwinden von Hass und Gewalt. Überwinde das Böse mit Gutem! Ich bin überzeugt, dass wir zurzeit viele Menschen brauchen, die auf das Licht im Stall in Bethlehem schauen. Es ist ein Friedenslicht. Wer sich daran orientiert, folgt dem, was der erwachsene Jesus später so sagt: »Glaubt an das Licht, solange ihr’s habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet.«

Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesegnetes, lichtvolles Weihnachtsfest.

Von Volker Jung

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Losung und Lehrtext für Mittwoch, 19. Dezember 2018
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