Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Andacht

Und wenn wir alle zusammenziehen?

Ein Haus, in dem jeder lebt, wie er mag, und trotzdem nicht allein ist – wie in der Ökumene

dpa / FilmSzene aus dem Film »Und wenn wir alle zusammenziehen?« mit den Schauspielern Geraldine Chaplin, Guy Bedos, Claude Rich, Daniel Brühl, Pierre Richard und Jane Fonda (von links nach rechts).

Karsten Fink/MedienhausAnnegreth Schilling ist Pfarrerin und arbeitet zurzeit in der Hoffnungsgemeinde in Frankfurt.

Und wenn wir alle zusammenziehen?« Ich erinnere mich gern an diesen Film, der 2012 im Kino lief, mit Daniel Brühl in der Hauptrolle, den ich im Stillen verehre. Aber nicht nur deswegen fand ich den Film toll. Sondern auch wegen der Idee: Fünf altgewordene Paare ziehen in ein Haus und gründen eine Alters-WG. Ein junger Doktorand – ja, das ist Daniel Brühl – zieht mit ein und begleitet diese alten Menschen mit Interviews und Videoaufnahmen.

Und wenn wir alle zusammenziehen? Die Idee kennen einige, wenn sie mit Freunden zusammensitzen und fantasieren: Später mal, wenn wir alt sind, dann suchen wir uns ein Haus für uns alle. Jeder kann leben, wie er mag. Trotzdem ist niemand allein. Die fünf Paare und der junge Doktorand verwirklichen diesen Traum.

In einem völlig anderen Zusammenhang taucht die Frage »Und wenn wir alle zusammenziehen?« für mich wieder auf: wenn ich an die verschiedenen, miteinander altgewordenen christlichen Kirchen denke. Römisch-katholisch, orthodox, lutherisch, reformiert, baptistisch, anglikanisch, methodistisch, pfingstlerisch und so viele Kirchen mehr. Was ist, wenn die mal tagträumen? Wie wäre es, wenn wir alle in einem Haus wohnen könnten? Was würde sich da für mich verändern? Wenn ich mit einer äthiopisch-orthodoxen Familie Tür an Tür wohnen würde? Wenn ich die Gitarre meines baptistischen Nachbarn nachts zum Einschlafen höre? Kann schön sein, bestimmt manchmal auch ein bisschen nervig. Wie das eben so ist, wenn Menschen zusammenwohnen.

Vom 18. bis zum 25. Januar läuft die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Christen aller Konfessionen beten rund um den Globus für die Einheit der Kirche. Das ist eine tolle Initiative, finde ich. Die Gebetswoche spielt mit dem Gedanken: Und wenn wir alle zusammenziehen? Ökumene, so heißt das Zauberwort. Es bedeutet so viel wie das gemeinsame Haus Gottes auf der Erde. In der Gebetswoche für die Einheit der Christen kann man dieses gemeinsam bewohnte Haus Gottes erleben. Zum Beispiel am 24. Januar in einem großen ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom.

Die Gebetswoche zur Einheit setzt für mich ein wichtiges Zeichen. Hier zeigen Christinnen und Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Traditionen: Es ist möglich, friedlich und respektvoll zusammenzuleben trotz aller Unterschiede.

Natürlich bestreiten Menschen mit unterschiedlichen Konfessionen auch sonst ihren Alltag zusammen: als Kolleginnen, Nachbarn oder auch in der Familie. Bei mir zu Hause erlebe ich das jeden Tag. Mein Mann ist katholisch. In seiner Herkunftsfamilie ist es üblich, dass man sich vor dem Essen bekreuzigt. Für mich als Evangelische ist das ungewohnt. Mit unseren Kindern entwickeln wir in unserem ökumenischen Haushalt jetzt ganz unterschiedliche Formen, das Tischgebet zu sprechen. Manchmal mit einem Kreuzzeichen, manchmal mit einem Danklied oder sogar mit einem kurzen Rap als Tischgebet. Die Vielfalt macht für mich das Beten lebendig. Entscheidend ist nicht, wer bestimmt oder wer lauter betet. Auf das Zusammen kommt es an.

Von Annegreth Schilling

Andacht zum Anhören

Andacht zum Hören

Diese Seite:Download PDFDrucken

Andacht zum Anhören

Andacht zum Hören

Andacht
Bibelwort des Tages
Losung und Lehrtext für Dienstag, 22. Januar 2019
Wenn du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, wird er deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen. 5. Mose 30,2.3
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. Jakobus 4,8-9
Ihr Ansprechpartner

Martin Vorländer
Theologischer Redakteur

Tel.: 069 / 92107-443
E-Mail

Ihre Ansprechpartnerin

Andrea Seeger (as)
Theologische Redakteurin

Tel.: 069 / 92107-454
E-Mail

to top