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Andacht

Lasst ihn durch, er ist Gott

Weihnachtsshopper sollten Kopf und Weg frei für den Herrn machen

Gettyimages/SmileusBesinnliche Stimmung sieht anders aus: Die Einkaufsstraßen sind im Moment brechend voll. Rücksicht ist da oft ein Fremdwort.

eszCarina Dobra ist Redakteurin bei der Evangelischen Sonntags-Zeitung. Sie hat in Bonn und Münster Evangelische Theologie studiert.

Aua! Das war mein Fuß, protestiere ich im Gedrängel auf der Frankfurter Zeil. Hört nur niemand, außer mir.

Es ist Mitte Dezember, in gut einer Woche ist Heiligabend. In den Städten herrscht Ausnahmezustand. Als gäbe es kein Morgen. Und als laufe ein Wettbewerb, wer die meisten, schönsten und teuersten Geschenke für die Liebsten kauft. Klar, auch ich bin mittendrin. Mit meiner Geschenke-Liste, die ich nach und nach abhake. Aber das sind alles Kleinigkeiten – ein strenges Gesetz in unserer Familie.

Der Wochenspruch für den dritten Advent lautet: »Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.« (Jesaja 40, 3.10) Gott ist also auf dem Weg in die Welt. Ich stelle mir das so vor: Er mischt sich unter uns. Schaut sich die Lage erst einmal an. Sind wir überhaupt schon so weit? Nehmen wir seine Worte wirklich ernst? Lieben den Nächsten wie uns selbst? Haben ein Auge auf die Armen und Einsamen?

Wer in diesen Tagen unterwegs ist, spürt eher das Gegenteil: Die Menschen versperren regelrecht den Weg. Mit all ihren Tüten in den Händen und Päckchen unterm Arm. Gott hätte es gerade ganz schön schwer, durchzukommen. Nächstenliebe und Rücksichtnahme? Nicht wirklich.

Ich stelle mir die Frage, ob die gehetzten und oftmals genervten Menschen überhaupt etwas links und rechts neben sich mitbekommen. Meinen Fuß hat die Dame vor der Kaufhaus-Tür jedenfalls nicht registriert. Für ein »Entschuldigung« hat die Zeit anscheinend auch nicht gereicht.

Den Weg freimachen heißt für mich auch: sich freimachen von Stress, Hektik und schlechten Gedanken. Und aufmerksam sein für die Nöte anderer.

Statt den Blick nur in die üppig dekorierten Schaufenster zu werfen, auch mal in die Gesichter der Menschen schauen. In einer Großstadt wie Frankfurt sind viele allein. Verbringen vielleicht ihr erstes Weihnachten ohne Partner. Sie würden sich vermutlich über ein kurzes Gespräch freuen. Vielleicht auch ein warmes Lächeln, ein »Fröhliche Weihnachten« oder auch nur ein »Hallo«.

So wie neulich in der U-Bahn, die mal wieder mit Verspätung an der Endhaltestelle ankam. Der Fahrer entschuldigte sich mit einer witzigen Durchsage. Ich grinse die ältere Dame mir gegenüber an, sie lächelt zurück. Schließlich müssen wir beide lachen.

Ich finde: So ein Zusammentreffen rückt den Shopping-Wahnsinn in den Hintergrund und ist zumindest ein kleiner Schritt auf Gott zu, der seinen Weg zu uns sucht. Von Carina Dobra

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Andacht
Bibelwort des Tages
Losung und Lehrtext für Sonntag, 15. Dezember 2019
Zu schwer lasten unsere Vergehen auf uns, du allein kannst sie vergeben. Psalm 65,4
/Zacharias sprach:/ Du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe. Lukas 1,76-78
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