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Frankfurt-Harheim

Benefiz-Dinner für indische Kinder

esz / RenateStübbeInfoDie Kinder sollen endlich Stühle und Bänke in der Schule bekommen, damit sie nicht mehr auf dem kalten Boden sitzen müssen.

Frankfurt. Vor wenigen Monaten hat Renate Stübbe Indien bereist. Das Land und seine Bewohner haben die engagierte Kirchenvorsteherin tief beeindruckt. Schon während ihrer Reise ist klar, sie will armen Indern helfen.

esz / RenateStübbeInfoKaushal Kishor Singh kennt die Nöte der indischen Bevölkerung. Und er versucht unermüdlich, das Leben der Menschen zu verbessern.

Manchmal braucht es Zufälle. Und die Gabe, mit offenen Augen durch das Leben zu gehen. So wie es Renate Stübbe getan hat, als sie im vergangenen Jahr ihren Urlaub in Indien verbracht hat. Stübbe ist Kirchenvorsteherin in Frankfurt-Harheim. Dort hat sie ihren Mitstreitern von der Reise berichtet und ihrem Wunsch, Menschen in Armut zu helfen. Nun organisiert der Kirchenvorstand der Friedenskirche ein indisches Benefiz-Essen. Am Samstag, 24. August, können sich Besucher auf ein vielfältiges Abendessen freuen und dabei noch etwas Gutes tun. Der Erlös ist bestimmt für die soziale Organisation »Hand in Hand Trust«, die in Indien durch verschiedene Projekte und Aktionen benachteiligten Menschen hilft.

Ein Besucher aus Indien kocht

Am Herd wird ein Mann stehen, den Kirchenvorsteherin Renate Stübbe auf ihrer Indien-Reise im November 2018 bei seiner Hauptbeschäftigung als Reiseleiter kennengelernt hat. Kaushal Kishor Singh ist bestens vertraut mit der indischen Küche. »Das habe ich von meiner Mama gelernt«, sagt der 37-jährige, der sich gerade auf einer Rundreise durch Deutschland befindet. »Und ich kann auch für viele Menschen kochen. Das habe ich im letzten Jahr in der Kirchengemeinde Bochum-Dahlhausen bereits gemacht und vorher auch schon in Indien.« Diesmal wird er auch noch unterstützt von seinem Freund und Kollegen Sanjay Kumar.

Der Reiseleiter und Hobbykoch kennt die Sorgen

Die Idee zu einem Benefiz-Dinner ist auf einer seiner Reisen entstanden. Neben Reiseleiter und Hobbykoch ist Kaushal Kishor Singh auch noch Sozialarbeiter und in diesem Bereich seit 16 Jahren tätig. Er weiß, wo den Menschen in Indien der Schuh drückt und möchte sich durch eine eigene Organisation für besonders bedürftige Menschen einsetzen. Mit der Gründung von »Hand in Hand Trust« ging ein langgehegter Traum in Erfüllung. Jetzt allerdings werden Spenden gebraucht, um der Ausführung der Träume Stück für Stück näher zu kommen.

Die Menschen stärken

»Durch unsere Organisation möchten wir die Gesellschaft verbessern. Wir denken, dass die Menschen – wenn sie gut ausgebildet sind – bessere Entscheidungen für ihr Leben treffen und ihre Rechte kennen. Zum Beispiel haben viele Kinder keine Gelegenheit, nach der Schule zu lernen, weil sie mit Arbeiten im Haushalt beschäftigt sind. In ihrem jungen Alter verstehen sie noch nicht, welch eine Bedeutung die Bildung für ein erfolgreiches Leben spielt.

Das harte Leben der Mädchen

Für Mädchen ist es noch schwieriger. Sie müssen kochen und waschen und sich um alle Familienangehörigen kümmern.« In den Dörfern glaubten die Menschen, dass es besser wäre, wenn die Kinder ein Zentrum hätten, in dem sie nach der Schule ohne Störungen lernen könnten. Dann könnten sie genauso erfolgreich sein wie die Kinder aus höheren sozialen Schichten. »Deswegen planen wir, ein Zentrum zu eröffnen, in das alle zum Lernen kommen können. Dieses Konzept ist bekannt als Zentralbibliothek und Informations-Zentrum«, erzählt der junge Mann. Wenn Kaushal Kishor Singh von seinen Plänen berichtet, leuchten seine Augen und man spürt sein Engagement. Doch er träumt nicht nur von der zukünftigen Arbeit, sondern ist schon jetzt aktiv.

Auch im Winter auf dem Fußboden lernen

Zum Beispiel hat er im April selbst mit Hand angelegt, als er von dem Geld des ersten Benefiz-Dinners für eine Schule für arme Kinder in Khajuraho Möbel hat bauen lassen. Bis dahin saßen die Kinder auch im Winter bei Temperaturen von drei bis fünf Grad auf dem nackten Fußboden – ohne Heizung in den Räumen. Oder aber er veranstaltet Informations-tage in Schulen, wo Ärztinnen und Ärzte über Fragen von Entwicklung und Gesundheit informieren und immer wieder die Bedeutung von Bildung für die eigene Zukunft betont wird.

Voll gefüllte Speisekarte

Doch jetzt steht erst mal die Organisation des Benefiz-Dinners auf dem Plan. Auf der Speisekarte stehen typisch indische Gerichte nach Mamas Hausrezeptur. Dabei ist alles vegetarisch. Verschiedene Gemüsegerichte, Reis, Brot, indische Reis-Chips und als Soße sogenanntes Raita in verschiedenen Variationen. Angst vor der Schärfe muss keiner haben. Es wird mild serviert und wer möchte, kann eine scharfe Soße in das Essen mischen. »Bei uns in Indien darf man auch den Nachtisch nicht vergessen«, betont Kaushal Kishor Singh, der einen gewürzten Reispudding zubereiten wird.

Einen festen Preis gibt es nicht

Einen festen Preis für das Menü gibt es nicht. Alle geben, was sie mögen und was sie können. Beim Dinner bekommen sie noch genauere Informationen über den Spendenzweck. esz

Das Benefiz-Essen findet statt am 24. August um 18 Uhr in der Kirchengemeinde Frankfurt-Harheim, Am Wetterhahn 1, Frankfurt. Um eine Anmeldung für den Dinnerabend wird gebeten im Gemeindebüro der Evangelischen Kirche Frankfurt Harheim, Marion ‧Hoffmann, Tel. 0 61 01/4 18 87 oder Renate Stübbe, Tel. O 61 01/ 4 15 63.

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