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»Sea-Watch«

EKD steht an Seite von Carola Rackete

Gerhard Mester

FRANKFURT/ROM. Kapitänin Carola Rackete hat sich über das Verbot Italiens hinweggesetzt und die »Sea-Watch« mit 40 Flüchtlingen an Bord in den Hafen von Lampedusa gesteuert. Noch ist unklar, welche Folgen das für sie haben wird. Die Evangelische Kirche in Deutschland teilt ihre Ansichten zur Seenotrettung.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die Festnahme der Kapitänin des Rettungsschiffes »Sea-Watch 3«, Carola Rackete, scharf kritisiert. Dass die 31-Jährige in der Nacht beim Anlegen in Lampedusa festgenommen wurde, mache ihn »traurig und zornig«, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in Hannover. »Eine junge Frau wird in einem europäischen Land verhaftet, weil sie Menschenleben gerettet hat und die geretteten Menschen sicher an Land bringen will. Eine Schande für Europa!«

Minister hofft auf Ausweisung

Inzwischen ist Caraola Rackete wieder frei. Welche Folgen der Vorfall für sie haben wird, ist derzeit völlig offen. Italiens Innenminister Matteo Salvini möchte sie ausweisen lassen.

»Sea-Watch 3« beschlagnahmt

Die Kapitänin hatte das Schiff trotz des Verbots Italiens in den Hafen der Insel gebracht, wo sie sogleich festgenommen wurde. Ihr droht wegen Verstoßes gegen die Schifffahrtsordnung eine Haftstrafe zwischen drei und zehn Jahren. Die »Sea-Watch 3« wurde von Polizei und Zollbehörden beschlagnahmt.

Auch Deutschland will Flüchtlinge aufnehmen

Die 40 verbliebenen Flüchtlinge, die seit mehr als zwei Wochen auf der »Sea-Watch« waren, sind an Land gegangen, wie italienische Medien berichteten. Mehrere Länder – darunter Deutschland, Frankreich und Portugal – hatten sich in den vergangenen Tagen bereiterklärt, die Menschen aufzunehmen.

Ermutigung für andere Helfer und Helferinnen

Seine Gedanken und Gebete seien an diesem Morgen bei Carola Rackete, erklärte Bedford-Strohm und erinnerte an das Bibelwort »Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten«. Dies sei eine Ermutigung für viele Menschen, allen voran die »Sea-Watch«-Crew, die sich für Humanität einsetzen.

Rückkehr nach Libyen ausgeschlossen

Die Besatzung des Rettungsschiffes hatte am 12. Juni insgesamt 53 Flüchtlinge in Seenot vor Libyen gerettet. Einige der Flüchtlinge durften in den vergangenen Tagen als Notfälle an Land gehen. Eine Rückkehr nach Libyen hatte die Organisation »Sea-Watch« wegen des Bürgerkriegs und der Menschenrechtsverletzungen dort ausgeschlossen.epd

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