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Konsum

Jeder kann was für das Klima tun

epd/Gudrun PetersenMonatelang gehen Schülerinnen und Schüler für den Schutz des Klimas auf die Straße. Bei ihrer ersten internationalen Großdemonstration kommen Ende Juni Tausende Aktivisten der »Fridays- for-Future«-Bewegung in Aachen zusammen.

Klimaschutz ist das Thema der Stunde. Die »Fridays-for-Future«-Bewegung erhält weltweite Aufmerksamkeit, viele Menschen fordern von der Politik, endlich zu handeln, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun.

Jeder sollte bei sich selbst anfangen, CO2 zu vermeiden«, sagt Julia Siewert von »Klimaktiv« in Tübingen. Die gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes kümmert sich gemeinsam mit anderen um den wissenschaftlichen Teil des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes. Mit diesem Rechner kann jeder online seine persönliche CO2-Bilanz bestimmen. Er ist aufgeteilt in die Bereiche Heizung, Strom, Mobilität, Ernährung, sonstiger Konsum und öffentliche Emissionen – inklusive persönlicher Tipps zu klimafreundlicherem Verhalten.

Rechner funktioniert nach Verbraucherprinzip

Im Durchschnitt stößt jeder Bürger in Deutschland knapp zwölf Tonnen CO2 pro Jahr aus. Der Rechner des Umweltbundesamtes funktioniert nach dem Verbraucherprinzip. Dabei werden nicht nur die Emissionen betrachtet, die jeder Mensch unmittelbar in Deutschland verursacht, sondern auch die, die durch sein Verhalten im Ausland entstehen. »Es geht um die weltweiten Warenströme und Prozessketten«, erklärt Hans Hertle, Teamleiter Kommunaler Klimaschutz am Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg, das ebenfalls am CO2-Rechner beteiligt ist.

Konsum ist schlecht für das Klima

Auch wenn beispielsweise das CO2 bei der Produktion eines Computers in China entstehe, zähle es hier in der Energiebilanz des Käufers. Der Rechner versucht, alle Emissionen mit einzubeziehen, die im Verlauf von Produktion, Transport, Handel und Benutzung anfallen. »Auch wenn der CO2-Ausstoß von Deutschland im weltweiten Vergleich nicht so hoch ist – unser Konsumverhalten macht viel aus«, betont Siewert. Im CO2-Rechner trägt der »sonstige Konsum« mit 4,56 Tonnen knapp 40 Prozent zum individuellen Gesamtausstoß bei, gefolgt von der Mobilität mit knapp 20 Prozent und der Ernährung mit etwa 15 Prozent. Unter »sonstigen Konsum« fallen Ausgaben für Bekleidung, Haushaltsgeräte und Elektronik, aber auch für Dienstleistungen, für Freizeit- und Urlaubsaktivitäten, Gesundheit und Bildung.

Brauche ich das wirklich?

Siewert empfiehlt, dass man sich vor dem Kauf eines Produktes immer fragen sollte: »Brauche ich das wirklich? Kann ich es mieten, leihen oder secondhand kaufen? Wie lange hält es? Kann ich es reparieren? Wurde die Verwertung schon mitgedacht?« CO2-Sparen beim Konsum bedeute durchaus auch, immer wieder ganz auf einen Kauf zu verzichten.

Niemand kann alleine die Welt retten

Sie rät jedem, der etwas für den Klimaschutz tun will, sich zunächst zu informieren – dann entwickle sich ein Bewusstsein für klimafreundliches Verhalten. Wichtig sei aber auch der »Reality Check«: »Ich alleine kann die Welt nicht retten.« Es gehe darum, sich realistische Ziele zu setzen. »Also zum Beispiel, nicht sofort komplett auf Fleisch zu verzichten, sondern den Konsum zu reduzieren und sich darüber zu informieren, wo das Fleisch herkommt.«

Dürresommer hat vielen die Augen geöffnet

Auch bei vielen Unternehmen sei nun ein Bewusstsein entstanden, dass sich etwas ändern müsse, ergänzt Siewert. Sie würden neue Technologien entwickeln oder anders investieren: »Spätestens im Dürresommer 2018 haben die Menschen gemerkt, dass der Klimawandel auch Deutschland erreicht hat.«
Imke Plesch/epd

CO2-Rechner des Umweltbundesamtes unter www.uba.co2-rechner.de/de_DE

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