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Jesu Nachfolge hat Folgen – wenn ich für meinen Glauben eintrete, dann verändert das mein Leben

Keine halben Sachen

Image by Free-Photos on PixabaySchnurgerade gepflügter Acker. Mit Maschinen heute möglich. Bauern zur Zeit Jesu konnten davon nur träumen. Da galt: »Wer seine Hand an den Pflug legt und blickt zurück«, macht krumme Linien.

Nicole Kohlhepp/MedienhausBirgit Arndt ist Geschäftsführerin des Medienhauses der EKHN GmbH.

»Klar mache ich mit«, höre ich mich begeistert sagen. Natürlich will ich mich für eine gute Sache engagieren. Wenig später kommen mir erste Bedenken. Mein Kalender ist bereits übervoll. Ich beginne zu überlegen, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme. Die biblische Geschichte rund um den Wochenspruch (Lukas 9,57 folgende) handelt von drei Männern, denen es vielleicht ähnlich ging. Sie hatten von Jesus gehört, der von Ort zu Ort zog, das Reich Gottes predigte und dazu aufforderte, sich ihm anzuschließen. Da wollten die drei dabei sein. Jesus empfängt sie nicht mit offenen Armen. Er fühlt ihnen erstmal auf den Zahn.

»Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege«, warnt er den ersten Mann. Vielleicht kamen dem jetzt erste Zweifel: ein Leben auf Wanderschaft ohne festen Wohnsitz? Will ich das wirklich? Zu dem zweiten, der vor dem Aufbruch noch seinen verstorbenen Vater begraben will, sagt Jesus: »Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!« Der dritte will sich noch von seiner Familie verabschieden, bevor er Jesus nachfolgt. Ihm sagt Jesus: »Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.«

Das Bild vom Pflügen war den Menschen damals vertraut. Man muss beim Pflügen eine gerade Linie ziehen, um den Platz auf dem Feld optimal auszunutzen. Wenn man sich dabei umdreht und zurückschaut, kann es passieren, dass die Furche krumm und schief wird. Jesus macht mit diesem Bild eine klare Ansage: Wer ihm nachfolgen will, darf nicht mit Wehmut zurückblicken. Der muss mit ganzem Herzen dabei sein.

Ich stelle mir die Situation fast so vor wie ein Bewerbungsgespräch. Jesus will wissen, wie ernst es die Kandidaten mit der Nachfolge wirklich meinen. Wir wissen nicht, wie sich die drei entschieden haben. Aber ihnen ist sicher klar geworden, dass die Nachfolge Jesu nicht irgendein Ehrenamt, irgendein Hobby ist, sondern vollen Einsatz fordert. Schließlich geht es um das Wichtigste überhaupt: Den Menschen die gute Nachricht von der Vergebung und der unendlichen Liebe Gottes zu bringen.

Das ist mir auch heute als Christin ein Anliegen. Aber was bedeutet die Forderung von Jesus für mich? Ich bin sicher, ich darf mein Dach über dem Kopf ebenso behalten wie meine Beziehungen zu Familie und Freunden. Aber wenn ich für meinen Glauben an Christus eintrete, verändert das mein Leben. Es kann mich auch etwas kosten. Mehr als einmal bin ich damit schon bei Freunden angeeckt. Zum Glück lebe ich hier und muss wegen meines Glaubens keine Nachteile in Kauf nehmen. Christen in der damaligen DDR hingegen blieben viele berufliche Türen verschlossen. In einigen Ländern werden Christen verfolgt und müssen sogar um ihr Leben fürchten.

In keinem Leben bleibt die Nachfolge Jesu ohne Folgen. Die Prioritäten verändern sich, wofür ich Zeit, Kraft und Geld einsetze. Manches muss ich dabei vielleicht loslassen. So auch das neue Ehrenamt. Wenn ich dazu Nein sage, gebe ich dieser guten Sache die Chance, dass jemand anderes sie ernster nehmen kann als ich. Aber da, wo ich mich einbringe, will ich es mit ganzem Herzen tun. Und so etwas von der Liebe Jesu weitergeben.

Von Birgit Arndt

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