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Neue Bischöfin Hofmann

»Netz der Sorge und der Stärkung«

Foto: epd/Andreas Fischer19 Jahre lang trug Martin Hein das Amtskreuz des Bischofs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-‧Waldeck. Nun hat er es an seine Nachfolgerin Beate Hofmann übergeben.

KASSEL. Beate Hofmann ist neue Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, führte sie am vorigen Sonntag in Kassel vor vielen Gästen in ihr Amt ein.

Beate Hofmann (55) ist am vergangenen Sonntag in Kassel als Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in ihr Amt eingeführt worden. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, legte ihr als Zeichen des Amtes in der voll besetzten Martinskirche das Bischofskreuz um. Die zuvor als Diakoniewissenschaftlerin in Bielefeld-Bethel tätige Hofmann folgt auf Bischof Martin Hein, der in dem Gottesdienst zugleich verabschiedet wurde. Hein tritt nach 19 Jahren im Amt in den Ruhestand.

In ihrer Predigt bezeichnete Hofmann die Kirche als ein »Sorgenetz«, in dem Menschen mit anderen ins Gespräch kommen, einander Halt geben und ihre Sorgen vor Gott bringen könnten. Sie rief dazu auf daran zu arbeiten, dass Kirche als ein Ort erlebt werde, an dem »Netze der Sorge und Stärkung geknüpft« würden. »Als Ort, wo wir miteinander und mit Gott reden und uns zuhören, wo wir uns ermutigen und stärken im Glauben und erinnern an das, was Halt und Identität in Zeiten der Verunsicherung gibt: Gnade, Glaube, Gemeinschaft«, sagte sie.

»Den Nächsten in der Nähe und in der Ferne lieben«

Zu den Grundüberzeugungen der Kirche gehöre es, dass Herkunft, Ausbildung und Kontostand keine Rolle spielten, betonte Hofmann. Christen hätten die Aufgabe, ihre Nächsten in der Nähe und in der Ferne zu lieben. Dazu gehöre es, Menschen würde- und respektvoll zu behandeln und Menschen aus dem Meer zu retten, die auf der Flucht vor Krieg und Armut seien. Aber auch Besuche bei denen, die keine Familie mehr hätten oder der Unterhalt diakonischer Einrichtungen, in denen Menschen gut gepflegt würden, gehörten dazu.

Im Umgang mit Macht sei Demut eine wichtige Tugend, fuhr Hofmann fort. Macht müsse als Gestaltungsmacht verstanden werden, es gehe nicht darum, sich groß und wichtig zu fühlen. »Demütig mit Macht umgehen, das bedeutet für mich: Das tun, was mir und uns am sinnvollsten erscheint«, sagte sie. Da der Mensch aber nicht vollkommen sei, könnten auch Fehler passieren. »Ich hoffe, dass wir das auch untereinander aushalten und uns nicht vorhalten, dass wir nicht perfekt sind«, sagte sie.

Ramelow: Kirche und Staat müssen gemeinsam wachsam sein

Zuvor hatte Bedford-Strohm auf die vielfältigen Erfahrungen hingewiesen, die Hofmann aus ihrem akademischen und beruflichen Leben mitbringe. Den scheidenden Bischof Hein würdigte er als klugen und scharfsinnigen Theologen und als »Mann der Ökumene«. Er habe »viele Segensspuren« hinterlassen.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bezeichnete Hein in einem Grußwort als einen der profiliertesten Köpfe der evangelischen Kirche. Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (Linke), sagte, dass Kirche und Staat auch weiterhin zusammen wachsam sein müssten, damit Dinge wie der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke nicht Normalität würden.

»Hein war Spielmacher der Kooperation

Der katholische Bischof Michael Gerber aus Fulda würdigte das ökumenische Miteinander der Kirchen in Hessen. »Wir werden den begonnenen Weg weitergehen«, sagte er. Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung lobte Hein als »Spielmacher der Kooperation« zwischen den beiden Landeskirchen. An Beate Hofmann gewandt sagte er: »Wir sind gespannt darauf, wie Sie ihr Amt führen werden und welche Akzente Sie setzen werden.«

Zu dem Gottesdienst waren zahlreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft erschienen. Die Feier wurde live vom Hessischen Rundfunk im Fernsehen übertragen. epd

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