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Religionswechsel

Pfarrerin konvertiert zum Katholizismus

eöa/Traudi SchlittGabriele Göbel (links) und Propst Matthias Schmidt sind gemeinsam Seelsorger geworden – nun legt die Pfarrerin den Talar ab.

GREBENHAIN/HERBSTEIN. Die Pfarrerin Gabriele Göbel der Kirchengemeinden Altenschlirf, Ilbeshausen und Schlechtenwegen verlässt die evangelische Kirche und konvertiert zur katholischen.

Es sei das erste Mal innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dass eine Pfarrerin katholisch werde, sagte Kirchensprecher Volker Rahn. Die Konversion sei das Ergebnis einer langen und nicht einfachen inhaltlichen Auseinandersetzung mit sich selbst, sagte Göbel nach Angaben der Dekanatssprecherin Traudi Schlitt in ihrem Abschiedsgottesdienst in Grebenhain-Ilbeshausen.

Eine Zeit tiefgreifender Veränderung

Sie habe eine Zeit tiefgreifender Veränderung für ihr Leben und ihren Glauben erlebt und spüre einen Ruf, dem sie nachgehen wolle, begründete Göbel ihren Schritt. Sie sehe ihre neue geistliche Heimat in der katholischen Kirche. Detailliertere Angaben zu ihrer Entscheidung machte sie nicht. Das Dekanat Vogelsberg überlasse es Göbel, ob sie ihre Konversion in der Öffentlichkeit tiefer begründen wolle, sagte Schlitt. Für die Evangelische Sonntags-Zeitung war Göbel bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

Auszeit bis zum Herbst

Als Pfarrerin kann Göbel in der katholischen Kirche nicht arbeiten. Die Seelsorgerin sehe jedoch auch außerhalb des Priesteramts Möglichkeiten, als Theologin in der katholischen Kirche zu arbeiten, sagte Schlitt. Nach einer Auszeit wolle Göbel sich im Herbst beruflich neu orientieren. Die Pfarrerin war erst vor rund einem Jahr in die Kirchengemeinden Altenschlirf, Ilbeshausen und Schlechtenwegen gekommen. Neben einer halben Pfarrstelle dort hatte sie eine weitere halbe Stelle in der Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge inne. Zuvor arbeitete sie 19 Jahre in der Klinikseelsorge in Rüsselsheim und Limburg.

Gemeinsamer Glaube nicht mehr gegeben

Der Schritt zur Konversion habe ihr und allen in der Gemeinde viel abverlangt, blickte Göbel im Gottesdienst zurück. Und nach dem schönen Jahr, das sie mit vielen guten und wichtigen Aufgaben in ihren Kirchengemeinden und im Dekanat verbracht habe, sei die Verlockung, einfach so weiterzumachen, groß gewesen, gab sie zu: »Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, und an dieser Wertschätzung hat sich nichts geändert. Ich war sehr gerne hier und in der EKHN wirklich zu Hause, doch die tiefe innere Grundlage, der gemeinsame Glaube, das ist nicht mehr gegeben.«

Zwiespältige Gefühle

Auch Propst Matthias Schmidt nahm von Göbel Abschied. Beide kennen sich seit ihrem Vikariat, wurden gemeinsam »Talarträger«, wie Schmidt mit Blick auf die Amtsausübung eines Pfarrers oder einer Pfarrerin sagte. Ihr Wechsel in die Römisch-Katholische Kirche wecke zwiespältige Gefühle in ihm, räumte der Propst ein, auch im Hinblick auf die Ökumene: »Wir sehnen uns immer noch nach dem, was Jesus selbst als seinen Herzenswunsch formuliert hat: dass sie alle eins seien. Wir sind auf dem Weg, aber noch lange nicht am Ziel.«
Die Vogelsberger Dekanin Dorette Seibert dankte Göbel für ihren Dienst. »Die Vielfalt des gelebten Glaubens gehört mit zum christlichen Selbstverständnis, zur Sehnsucht Gottes nach den Menschen, und auf der gemeinsamen Basis der Taufe könnten alle Christinnen und Christen mutig in die Zukunft blicken«, gab sie Göbel und den Gemeindegliedern mit auf den Weg. nis

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