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Brände in Amazonien

Regenwald muss dem Soja-Anbau weichen

PedarilhosBrasilien hat 44.000 Soldaten an den Amazonas geschickt, um die verheerenden Waldbrände zu bekämpfen. Die von den G7-Staaten angebotene Hilfe im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände hat Brasilien allerdings zurückgewiesen.

Mit Geld allein können die Waldbrände am Amazonas nicht gestoppt werden, warnen Umweltverbände. Auch die europäische Agrar- und Handelspolitik müsse sich ändern, damit nicht weiter Regenwald für den Anbau von Soja geopfert wird.

Umweltschützer machen für die Waldbrände im Amazonasgebiet eine verfehlte Agrarpolitik in Europa mitverantwortlich und fordern einen vorläufigen Stopp des Handelsabkommens mit Südamerika. »Europa ist der größte Importeur von Soja aus Lateinamerika. Das Soja wird hier fast ausschließlich produziert als Futtermittel oder teilweise als Beimischung für den Biodiesel. Beide Anwendungen müssen hinterfragt werden«, sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Europäische Hilfe zurückgewiesen

Brasilien hat unterdessen die von den G7-Staaten angebotene Hilfe im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände zurückgewiesen. Das Geld sei für die Aufforstung europäischer Wälder nützlicher, sagte der brasilianische Kabinettschef Onyx Lorenzoni laut der Tageszeitung »Folha de São Paulo«. Hilfe aus Israel hat Brasilien dagegen akzeptiert. Das Land will ein Löschflugzeug und weitere Geräte zur Brandbekämpfung schicken.
Der brasilianische Verteidigungsminister Fernando Azevedo da Silva sagte, Brasilien sei kein Land »außer Kontrolle«. 44.000 Soldaten seien im Einsatz, um die Feuer in der Amazonasregion zu bekämpfen. Die G7-Staaten hatten auf ihrem Treffen im französischen Biarritz 20 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt. Damit sollen vor allem Löschflugzeuge finanziert werden.

Ursachen der Entwaldung angehen

Auch die Umweltstiftung WWF forderte einen internationalen politischen Kurswechsel. »Brandbekämpfung und Wiederaufforstung sind gut, sie bleiben aber nur Symbolpolitik, wenn die Ursachen der Entwaldung nicht angegangen werden«, sagte Roberto Maldonado, Südamerikareferent bei WWF Deutschland. Allein für die Produktion von Tierfutter für Schweine, Rinder und sogar Zuchtfische hierzulande werde eine Anbaufläche so groß wie ganz Hessen benötigt.
Mehrere Umweltverbände forderten, das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zu stoppen und in Nachverhandlungen um wirksame Umweltstandards zu ergänzen. »Das Mercosur-Abkommen wirkt wie ein Brandbeschleuniger für das Amazonas-Gebiet«, erklärte Ernst-Christoph Stolper, stellvertretender Bundesvorsitzender des BUND. Das Abkommen ziele vor allem darauf ab, die brasilianischen Rindfleisch- und Soja-Exporte weiter anzukurbeln, deren Ausweitung die letzten Wälder in den Mercosur-Staaten bedrohe.

Brände auch ein Thema der Kirche

Der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, betonte dagegen, dass die Feuer in der Amazonasregion nicht nur eine nationale Angelegenheit Brasiliens seien. Es handle sich auch um eine »internationale Krise«, sagte er mit Blick auf die Bedeutung der Regenwälder für das Weltklima. Auch müssten die Folgen der Brände für die indianischen Gemeinschaften bedacht werden, die ihre Heimat und ihre traditionelle Lebensweise verlören.
Der katholische brasilianische Bischof Manoel João Francisco sagte auf einer Tagung beim Weltkirchenrat in Genf, die Brände im Amazonasgebiet seien auch ein Thema der Kirche. Er erinnerte daran, dass Papst Franziskus für Oktober Bischöfe aus neun lateinamerikanischen Ländern zu einer Amazonas-Synode in den Vatikan eingeladen hat.
Im Amazonasgebiet wüten die schwersten Waldbrände seit 21 Jahren. Bis August haben die Feuer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 82 Prozent zugenommen. Nach Meinung von Experten besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der illegalen Abholzung des Regenwaldes und dem Ausbruch der Feuer. Sie gehen davon aus, dass die meisten Feuer durch Brandrodung in abgeholzten Gebieten entstanden sind. Auch in Bolivien und Peru sind verheerende Feuer ausgebrochen. Im Gegensatz zu Brasilien hat der bolivianische Präsident Evo Morales zu internationaler Hilfe aufgerufen. epd

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